Jahreshauptversammlung des VV Württemberg in Stuttgart

VV Württemberg, Stuttgart: „Baden-Württemberg ist aufgrund seiner starken industriellen Basis und seiner kaufkräftigen Bevölkerung einer der wichtigsten Logistikmärkte und -standorte. Diese Stärke liegt auch in den zahlreichen kleinen und mittelständisch geprägten und oft inhabergeführten Logistikunternehmen.“, betonte Ministerialdirektor Hubert Wicker, Amtschef des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg anlässlich der Jahresversammlung des VV Württemberg in Stuttgart.

Hans Wormser, Präsident des Landesverbandes Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) und BGL-Vizepräsident überbrachte die Grüße der bayerischen Kollegen. Wormser bedankte sich nachdrücklich für die hervorragende und enge Zusammenarbeit der beiden Schwesterverbände in München und Stuttgart und hob den besonderen Wert der Gewerbevertretung und die Notwendigkeit der Interessenvertretung hervor.

Dr. Timo Didier, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VV Württemberg, begrüßte es, dass Verkehrsminister Winfried Hermann nunmehr eine zentrale Forderung des Verbandes aufgegriffen und für die kommende Woche zu einer Auftaktveranstaltung zur Erarbeitung eines Güterverkehrskonzepts Baden-Württemberg eingeladen habe. Die Forderung nach einem solchen Konzept, um Baden-Württemberg auch in Güterverkehrsfragen „fit für die Zukunft“ zu machen, habe man in den vergangenen vier Jahren in politischen Gesprächen mit Abgeordneten des baden-württembergischen Landtags immer wieder permanent und stoisch wiederholt. Es bedürfe dringend einer förderlichen Gestaltung durch die Politik. Die Delegierten der Sparte Güterkraftverkehr hätten am Vorabend eine erste Stoßrichtung erarbeitet, wo man Ansätze sehe, wo man vorankommen könne. Diese Ansätze wolle man nun in die Diskussion einbringen.

Über die zunehmende Abschottung westeuropäischer Märkte durch nationale Gesetzgebungen sprach der Leiter der Sparte Güterkraftverkehr, Rolf Hamprecht. Die in den vergangenen Monaten in Kraft getretenen Regelungen zur Vorabanmeldung von Kabotage und Arbeitnehmerentsendung in Frankreich, Italien und Österreich bezeichnete Hamprecht als uneuropäisch und forderte von Brüssel, dem einen Riegel vorzuschieben.

Michael Ehret erläuterte den neu abgeschlossenen Rahmenvertrag mit den Krankenkassen sowie die drohenden Fahrverbote bei Feinstaubalarm in Stuttgart. Ehret forderte nachdrücklich dazu auf, den Diesel nicht zu verteufeln und für den Wirtschaftsverkehr Ausnahmen zuzulassen: „Wir erwarten, dass man uns Gewerbetreibenden Planungssicherheit einräumt und werden das auch von der Politik einfordern.“

Über die Imagekampagne „Verlässlich ist modern“ informierte Hermann Waldner, Vizepräsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP). Fachkundig schilderte Waldner die Bedrohungen, die dem Gewerbe durch Uber, mytaxi und andere Fahrtenvermittler drohen, sprach über deren intensive Lobbyarbeit in Berlin und die dringende Notwendigkeit, sich gegen die massiven Angriffe auf den Ordnungsrahmen zu verteidigen.

Als abschließender Redner stellte sich Prof. Dr. Dirk Engelhardt als neuer Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) dem Publikum vor. Prof. Engelhardt kündigte an, dass „sich der BGL in Zukunft mit neuen Produkten und Dienstleistungen profilieren werde.“ Er gab einen Überblick zur momentanen Situation des Transport- und Logistikgewerbes und einen Ausblick auf das, was in den kommenden Monaten auf der politischen Agenda steht. Dabei hob Engelhardt die „Wahlprüfsteine“ des BGL hervor.

Abschließend gaben Prof. Engelhardt und Dr. Didier Gelegenheit für Fragen aus dem Plenum, wobei einmal mehr deutlich wurde, welch große Bedeutung die Unternehmer fairen Wettbewerbsbedingungen beimessen.