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Jahreshauptversammlung des V.V. Württemberg

Jahreshauptversammlung des V.V. Württemberg

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Verbandes des Württembergischen Verkehrsgewerbes e.V. stand ganz im Zeichen des Krisenjahres 2009. So berichtete das geschäftsführende Vorstandsmitglied Dr. Timo Didier, dass im vergangen Jahr die Mitgliedsunternehmen im Bereich Güterkraftverkehr ihre Fahrzeugkapazitäten um rund 20 % reduziert hätten. Mittlerweile steige das Aufkommen zwar wieder, allerdings regional und branchenbezogen in unterschiedlichem Ausmaß. Bei den Frachtpreisen am Spotmarkt sei auch schon Bewegung nach oben zu verzeichnen. Dennoch warnte Dr. Didier vor übereilten Investitionen in Kapazitätserweiterungen. Hierfür sei die Zeit noch nicht reif. Dringend geboten sei dagegen die Vereinbarung von Dieselpreisgleitklauseln mit den Auftraggebern, um bei einem weiteren Anziehen der Treibstoffpreise nicht in finanzielle Schieflage zu geraten. Auch bei den logistischen Zusatzleistungen bestehe Handlungsbedarf: Dort wo noch nicht geschehen, sollten diese aus haftungsrechtlichen Gründen unbedingt auf eine vertragliche Grundlage gestellt werden, die auch eine angemessene Vergütung enthalte.

Kritische Worte fand Herr Dr. Didier für Bundesverkehrs-minister Dr. Peter Ramsauer. Die überraschend bekanntgegebenen Pläne, die Ausweitung der Lkw-Maut auf vierspurige Bundesstraßen prüfen zu lassen, betrachte er als Bruch der Zusage eines Mautmoratoriums durch die Bundesregierung. Herr Dr. Didier betonte, dass damit die fiskalpolitische Jagd auf den Lkw nach gerade einmal 200 Tagen Amtszeit wieder eröffnet worden sei.

Positiv zu bewerten sei dagegen die zunehmend besser werdende Zusammenarbeit von BGL, BAG und BMVBS bei den Harmonisierungsmaßnahmen „De-minimis“ und „Aus- und Weiterbildung“. Die Fördersummen seien von 600 € auf 2.000 € pro Fahrzeug erhöht und die Antragsfrist für De-minimis auf den 30.06.2010 verlängert worden. Gleichfalls zu begrüßen sei, dass mittlerweile auch die EU-Kommission öffentlich geäußerte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Höhe der deutschen Lkw-Maut hege.

Jahreshauptversammlung des V.V. Württemberg

Der Präsident des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) in Köln, Herr Andreas Marquardt berichtete in seinem Gastvortrag über „Die Lage des Güterkraftverkehrs-gewerbes im Sommer 2010“. Das Jahr 2009 habe massive Rückgänge bei allen Verkehrsträgern gebracht, vor allem bei Eisenbahn und Binnenschiff. Dies führte zu einem weiteren Ansteigen des Lkw-Anteils im Modal-Split. Diese Tatsache nicht zu vergessen, könne man Politikern bei Investitionsentscheidungen nur empfehlen.

Besonders stark im Straßengüterverkehr seien die grenzüberschreitenden Verkehre zurückgegangen. Bei den Güterarten hätte es vor allem die Halb- und Fertigwaren getroffen. In den Zeiten der Laderaumüberkapazitäten sei ein gnadenloser Preiskrieg der großen Konzernspeditionen gegen die kleineren Konkurrenten zu verzeichnen gewesen, um mit den neu akquirierten Kunden die eigenen Netzwerke besser auszulasten.

Positiv zu vermerken sei, dass die Zeit der Kurzarbeit von vielen Transportlogistikunternehmen zur Weiterbildung genutzt und auch die Berufsausbildung trotz der schwierigen Lage weiter intensiviert worden sei. Ebenso erfreulich sei der Ausblick auf die zu erwartende Entwicklung des Güterverkehrs in Deutschland. Nach Prognosen des BMVBS solle dieser in 2010 um rund 5 % wachsen, wovon besonders Straße und Schiene profitieren dürften.

Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Michael Ehret betonte in einem gewerbepolitischen Vortrag zum Taxi- und Mietwagenverkehr, dass die Zukunft der Personenbeförderung ganz vom demografischen Wandel und einem stetig steigenden Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung geprägt sein werde. Dem müsse man mit bedarfsgerechten Fahrzeugen mit relativ hohem Einstieg und niedrigen Ladekanten entsprechen. Mindestens ebenso wichtig seien aber auch Mitarbeiterschulung und Service. Weiterhin forderte Herr Ehret eine mündliche und schriftliche Ortskundeprüfung in deutscher Sprache sowie die Einführung einer Fachkundeprüfung für Taxi- und Mietwagen.

   
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