Verbandsnachrichten Taxi- und Mietwagen
09.11.2009
Aktuelle Umfrage: Stuttgarter Verkehrspolitik gefährdet Mittelstand
Die Pläne des Stuttgarter Gemeinderats und der Stadtverwaltung, mit Durchfahrtsverboten, Geschwindigkeitsbeschränkungen, flächendeckenden Parkgebühren, Nahverkehrsabgaben und Temporeduzierungen Verkehr und Emissionen zu verringern, stoßen bei ansässigen Unternehmen auf Widerstand. Viele kleine und mittlere Unternehmen befürchten durch solche Maßnahmen eine nachhaltige Belastung ihrer Geschäfte und eine grundlegende Benachteiligung als Mitglieder der Stuttgarter Gemeinde. Nach einer von der IHK Region Stuttgart, der Handwerkskammer (HWK) Region Stuttgart und dem VV Württemberg durchgeführten Befragung werden die Sorgen der Betriebe über den kommunalpolitischen Kurs der Stadt immer größer. Laut dem mehr als repräsentativen Rücklauf von 3.000 antwortenden Unternehmen befürchtet fast die Hälfte der Betriebe Umsatzverluste, steigende Logistikkosten, eine schlechtere Standortqualität und generell verschlechterte Zukunftsaussichten. Dies ist mehr als ein alarmierendes Signal. Im Handwerk ist die Stimmung noch pessimistischer. Hier befürchten 68 Prozent der Betriebe höhere Kosten durch die geplanten Verkehrsbeschränkungen, 57 Prozent gehen von Umsatzeinbußen aus.
Im Fokus der Untersuchung standen vor allem kleine mittelständische Betriebe aus Handwerk, Dienstleistung, Handel, Hotel- und Gastronomie sowie Verkehrswirtschaft mit bis zu zehn Mitarbeitern. Der Gemeinderat der Stadt Stuttgart muss sich entscheiden - Wachstum, mehr Steuereinnahmen und Zukunft für Stuttgart oder eine Käseglocke über dem Zentrum der Metropolregion Stuttgart. Wachstum ohne mehr Verkehr ist nicht möglich. Ein Prozent mehr Bruttoinlandsprodukt bedeute zirka 2,7 Prozent mehr Verkehr.
Alle drei Organisationen haben erklärt, dass die Wirtschaft zu ihrer Verantwortung für die Umwelt steht. Die Reduktion der durch den Verkehr bedingten Umweltbelastungen muss nach Auffassung der Kammern und des Verkehrsverbandes in erster Linie durch Verkehrsverflüssigung erreicht werden. Bei gleichförmigem Geschwindigkeitsverlauf zwischen 40 und 80 Kilometern pro Stunde weisen Pkw die niedrigsten Stickoxid- und Kohlendioxid-Emissionen auf. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten steigen die Emissionen technisch und fahrdynamisch bedingt tendenziell an, insbesondere bei einem nicht gleichmäßigen Verkehrsfluss.
Interessierte Mitgliedsunternehmen können die auf den Umfrageergebnissen basierende Broschüre „Stuttgarter Verkehrspolitik auf dem Rücken der Unternehmen“ in der Verbandsgeschäftsstelle , Tel. 0711-4019282, anfordern.
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