Verband des Württembergischen Verkehrsgewerbes e.V. Verband des
Württembergischen
Verkehrsgewerbes e.V.
Der VVW Info-Service Messe/JHV Veranstaltungen Verbandsnachrichten  
 

Verbandsnachrichten Güterkraftverkehr

07.07.2008
EU-Kommission will Ökosozialismus im Verkehr

Ein Schritt in den Ökosozialismus zu Lasten des Straßengüterverkehrs und des Verbrauchers. So lautet das Urteil zu den diese Woche vorgelegten Vorschlägen der EU-Kommission zur Anlastung externer Kosten (nur) im Straßengüterverkehr. Die Kommission schlägt vor, nicht nur die Autobahn­maut für Lkw ab 12 t auf alle Straßen und auf alle Lkw über 3,5 t auszudehnen. Vielmehr soll den Mitgliedsstaaten auch erlaubt werden, das Transportgewerbe zusätzlich mit kilometer­abhängigen Luftverschmutzungs-, Lärm- und Stau­gebühren zu belasten. Während das Straßen­transportgewerbe angesichts der Dieselpreis­explosion ums Überleben kämpft, plant die EU-Kommission ein neues Existenzvernichtungs­programm unter dem Deckmantel einer Anlastung sogenannter externer Kosten. Dabei geht es keineswegs um eine faire Anlastung von Umweltkosten an alle Verkehrsnutzer, sondern um ein gigantisches Umverteilungs­programm zu Lasten des Straßengüterverkehrs. Während der Pkw völlig ungeschoren bleibt und andere Verkehrs­träger in völliger Fehleinschätzung ihrer tatsächlichen Umweltkosten nicht zur Kasse ge­beten werden, soll allein der Lkw für Staus, Luft­belastung und Lärm verantwortlich gemacht werden und bezahlen. Dabei räumt die EU-Kommission selbst in ihrer Begründung ein, dass nur ein Viertel aller externen Kosten des Verkehrs auf den Straßengüterverkehr entfallen. Es ist daher schon als ökosozialistische Willkür zu bezeichnen, wenn der für die Ver- und Entsorgung der Be­völkerung wichtigste Verkehrsträger (90 Prozent aller Waren werden mit dem Lkw gebracht) mit zusätzlichen Abgaben pro Kilometer für Luftver­schmutzung mit bis zu 16 Cent, für Lärmemissionen mit bis zu 2 Cent und für Verkehrsstaus mit bis zu 65 Cent (!) belastet werden soll. Allein aus Luftver­schmutzungsgebühren für den überörtlichen Ver­kehr würde sich in Deutschland daraus eine Mehr­belastung der Verbraucher um jährlich rund 2,9 Milliarden Euro ergeben! Angesichts der Krise im mittelständischen europäischen Transport­gewerbe würden die Kommissionspläne Tausende von Unternehmensexistenzen und zehntausende von Arbeitsplätzen kosten. Im Europäischen Parlament formiert sich derweil der Widerstand gegen die von der -Kommission gewünschte schnelle Verabschiedung der Richtlinie.

<< Zu den Verbandsnachrichten Güterkraftverkehr 2008

   
© Verband des Württembergischen Verkehrsgewerbes e.V.   
E-Mail schicken    |    Druckversion    |    Seitenanfang