Transport und Logistik im Süden unter Druck

Stuttgart, Freiburg, München 26. November 2021

Transport und Logistik im Süden gerät zunehmend unter Druck – kurzfristig eingeführte 3G-Regelung für Fahrer stellt Unternehmen bei anhaltendem Fahrermangel aktuell vor große Herausforderungen – hinzu kommt ein Mangel an AdBlue

Die Transport- und Logistikunternehmen geraten auch in Süddeutschland angesichts der neuen und sehr kurzfristig umzusetzenden Corona-Regelungen zunehmend unter Druck. Der überwiegende Anteil der Fahrer ist zwar geimpft, angesichts des ohnehin bestehenden Fahrermangels fällt der Anteil nicht geimpfter Fahrer dennoch ins Gewicht. Jeder Fahrer wird dringend gebraucht! 

Es fehlt an Möglichkeiten zur zertifizierten Testung für Fahrer, die Betriebsgelände von Kunden und Empfängern betreten müssen. Lkw starten angesichts der zu berücksichtigen Rampenzeiten von Kunden und Empfängern sowie der gesetzlichen Lenkzeitvorgaben auch zu Zeiten, zu denen Testmöglichkeiten kaum gegeben sind. Unterdessen organisieren die Transport- und Logistikunternehmen in kürzester Zeit eigene Testmöglichkeiten. 

Erschwert wird den Unternehmen die Situation durch enge Vorgaben. So zählen zwar lt. Aussage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Arbeitsplätze in Fahrzeugen und in Verkehrsmitteln nicht zu den Arbeitsstätten im Sinne von § 28 IfSG und sind insoweit dem Homeoffice gleichgestellt. Dies allein löst das Problem aber nicht. Was ist, wenn der Lkw verlassen werden muss, etwa auf Betriebshöfen, an Rampen, bei Tankvorgängen oder Fahrzeugkontrollen?

Hinzu kommt, dass die Transportunternehmen seit Wochen mit einer Verknappung von AdBlue zu kämpfen haben. Bei AdBlue handelt es sich um eine Harnstofflösung, die insbesondere bei Lkw zur Reduzierung der Stickoxidemissionen eingespritzt wird. In einem speziellen Katalysator reagiert die Flüssigkeit mit den Schadstoffen und wandelt sie fast vollständig in Wasserdampf und ungefährlichen Stickstoff um. AdBlue wird derzeit von der Chemischen Industrie nicht in ausreichender Menge produziert. Ebenso wie beim Kraftstoff kann ein Lkw ohne AdBlue aber nicht eingesetzt werden. Der Branchenverband BGL hat deshalb bereits ein wöchentliches Notkontingent für Mitglieder gesichert, denen AdBlue auszugehen droht und die daher ihre Fahrzeuge stehen lassen müssten.

Der BGL-Süd ist eine Kooperation der BGL-Landesverbände aus Baden, Württemberg und Bayern, die gemeinsam die berufsständischen Interessen von aktuell rund 2.000 organisierten Unternehmen vertreten. Diese betätigen sich schwerpunktmäßig in den Bereichen Straßengütertransport, Logistik, Spedition, Lagerung und Entsorgung.